Baselland schmettert fast alle Vorlagen ab – die Resultate vom Sonntag
Kanton Basel-Landschaft: Tempo-30-Initiative
Baselbieter Gemeinden können auch künftig ohne Befragung der Bevölkerung abweichende Höchstgeschwindigkeiten beim Kanton beantragen. Es geht primär um Temporeduktionen auf 30 Kilometer pro Stunde. Die Stimmberechtigten des Kantons haben sich am Sonntag überraschend deutlich sowohl gegen eine Initiative von TCS und Konsorten wie auch gegen den Gegenvorschlag des Landrats ausgesprochen.
Bei der Initiative gab es 58'766 Nein- und 36'734 Ja-Stimmen, was jeweils 61,5 und 38,5 Prozent entspricht. Gegen den Gegenvorschlag stimmten 50'743 Personen oder 55,1 Prozent, dafür 41'263 Personen oder 44,9 Prozent.
Die Initiative wollte die Bestimmungen im Strassenverkehrsgesetz festschreiben und sich auf Anträge bezüglich Hauptstrassen beschränken, sofern überhaupt behördlicher Ermessensspielraum besteht und alle anderen Möglichkeiten ausgeschöpft sind. Der Gegenvorschlag sah eine Änderung des Gemeindegesetzes vor und wollte zusätzlich auch abweichende Höchstgeschwindigkeiten auf Gemeindestrassen einbeziehen. Im Gegensatz zur Initiative sah der Gegenvorschlag keine Volksabstimmung, sondern einen Entscheid durch die Gemeindeversammlung beziehungsweise den Einwohnerrat vor.
Die Resultate:
Initiative
Initiative Tempo 30 auf Hauptstrassen
Ausgezählt: 86/86 | Stand: Schlussresultat
38,5% Ja
61,5% Nein
Gegenvorschlag
Initiative Tempo 30 auf Hauptstrassen: Gegenvorschlag
Ausgezählt: 86/86 | Stand: Schlussresultat
44,8% Ja
55,2% Nein
Stichfrage
Initiative Tempo 30 auf Hauptstrassen: Stichfrage
Ausgezählt: 86/86 | Stand: Schlussresultat
42,6% Initiative
57,4% Gegenvorschlag
Kanton Basel-Landschaft: Prämienabzug für alle
Beim Abzug von selbst getragenen Grundversicherungskosten vom steuerbaren Einkommen ändert sich im Kanton Baselland nichts. Die Bevölkerung hat am Sonntag eine Initiative der SVP, die einen Vollabzug forderte, knapp abgelehnt.
Gegen die «Prämienabzug für alle»-Initiative stimmten 50'099 Personen, dafür 44'663, wie die Landeskanzlei am Sonntagabend mitteilte. Das entspricht einem Nein-Anteil von 52,9 Prozent und einem Ja-Anteil von 47,1 Prozent. Die durchschnittliche Stimmbeteiligung bei den kantonalen Vorlagen lag bei 50,3 Prozent, wie aus den definitiven Resultaten des Kantons hervorgeht.
Die Abzugspauschalen bleiben unverändert bei 2000 Franken für Einzelpersonen und 4000 Franken für Ehepaare. Die Regierung hatte deren Anhebung und weitere Abzüge als Gegenvorschlag präsentiert, der am Sonntag jedoch mit 54'925 zu 36'738 Stimmen respektive 59,9 zu 40,1 Prozent deutlich abgelehnt wurde.
Das Rennen war knapp. Nach den ersten ausgezählten Gemeinden konnte noch kein Trend ausgemacht werden. Auch die Auszählung der grossen Gemeinden am späteren Nachmittag vermochte eine dünne Nein-Mehrheit nicht umzuwerfen.
Die Resultate:
Findest du am Sonntag ab 12 Uhr hier live
Initiative
Initiative Prämienabzug für alle
Ausgezählt: 86/86 | Stand: Schlussresultat
47,1% Ja
52,9% Nein
Gegenvorschlag
Initiative Prämienabzug für alle: Gegenvorschlag
Ausgezählt: 86/86 | Stand: Schlussresultat
40,1% Ja
59,9% Nein
Stichfrage
Initiative Prämienabzug für alle: Stichfrage
Ausgezählt: 86/86 | Stand: Schlussresultat
45,0% Initiative
55,0% Gegenvorschlag
Kanton Basel-Landschaft: Solar-Initiative
Der Kanton Baselland muss in Sachen Solarenergie nicht ausbauen. Die «Solar-Initiative» von SP, Grünen, EVP und GLP wurde am Sonntag mit 63'267 zu 30'364 Stimmen oder 67,6 zu 32,4 Prozent sehr deutlich abgelehnt. Die Initiative verlangte, dass für geeignete Flächen bei Neubauten und gewissen bestehenden Bauten eine Solarpflicht eingeführt wird.
Solar-Initiative
Ausgezählt: 86/86 | Stand: Schlussresultat
32,4% Ja
67,6% Nein
Kanton Basel-Landschaft:
«Transparenz- und Mitwirkungsinitiative»
Das Baselbieter Kantonsgericht darf weiterhin nicht im Rahmen einer abstrakten Normenkontrolle über neue Gesetze und Erlasse befinden. Die Bevölkerung hat die «Transparenz- und Mitwirkungs»-Initiative des Hauseigentümerverbands mit 63'725 zu 23'942 Stimmen respektive 72,7 zu 27,3 Prozent abgelehnt. Sie hatte eine Verfassungsänderung gefordert, die neue Bestimmungen auch ohne konkreten Anwendungsfall rechtlich auf Kantonsebene anfechtbar machen sollte.
Transparenz- und Mitwirkungsinitiative
Ausgezählt: 86/86 | Stand: Schlussresultat
27,3% Ja
72,7% Nein
Kanton Basel-Landschaft: Kreislaufwirtschaft
Die Kreislaufwirtschaft wird in der Baselbieter Verfassung festgeschrieben. Eine parlamentarische Initiative vom ehemaligen Grünen-Landrat Klaus Kirchmayr und Konsorten wurde am Sonntag mit 57'389 zu 32'246 Stimmen respektive rund 64 zu 36 Prozent angenommen.
Verfassungsänderung Kreislaufwirtschaft
Ausgezählt: 86/86 | Stand: Schlussresultat
64,0% Ja
36,0% Nein
(leo)
Nationale Vorlagen
Initiative «Bargeld ist Freiheit»
Bargeld-Initiative
Ausgezählt: 86/86 | Stand: Schlussresultat
43,3% Ja
56,7% Nein
Gegenvorschlag
Gegenvorschlag
Ausgezählt: 86/86 | Stand: Schlussresultat
72,8% Ja
27,2% Nein
Stichfrage
Stichfrage
Ausgezählt: 86/86 | Stand: Schlussresultat
36,7% Initiative
63,3% Gegenvorschlag
Darum geht es: Die Initiative verlangt zwei neue Verfassungsbestimmungen: Erstens will die Initiative, dass der Bund sicherstellt, dass Münzen oder Banknoten immer in genügender Menge zur Verfügung stehen. Wie viel Bargeld genügend ist, lässt die Initiative offen. Zweitens soll der Franken Schutz erhalten: Volk und Stände müssten zustimmen, sollte er durch eine andere Währung ersetzt werden.
SRG-Initiative
SRG-Initiative
Ausgezählt: 86/86 | Stand: Schlussresultat
35,8% Ja
64,2% Nein
Darum geht es: Die Volksinitiative «200 Franken sind genug (SRG-Initiative)» will in der Bundesverfassung festschreiben, dass sich die SRG auf einen «unerlässlichen Dienst für die Allgemeinheit» beschränkt. Der Bund soll zur Finanzierung von Radio- und Fernsehprogrammen die Abgabe von privaten Haushalten auf 200 Franken pro Jahr begrenzen.
Klimafonds-Initiative
Klimafonds-Initiative
Ausgezählt: 86/86 | Stand: Schlussresultat
27,9% Ja
72,1% Nein
Darum geht es: Den Initianten und Initiantinnen der Klimafonds-Initiative gehen die klimapolitischen Bemühungen der Schweiz nicht weit genug. Die Vorlage will, dass jährlich 4 bis 8 Milliarden zusätzliche Franken via eines eigens dafür eingerichteten Fonds in die Bekämpfung der Klimakrise fliessen.
Individualbesteuerung
Individualbesteuerung
Ausgezählt: 86/86 | Stand: Schlussresultat
52,4% Ja
47,6% Nein
Darum geht es: Das Bundesgesetz zur Einführung der Individualbesteuerung sieht vor, die steuerliche Ungleichheit von verheirateten und unverheirateten Paaren abzuschaffen. Funktionieren soll das, indem Ehepaare künftig genauso wie unverheiratete Paare individuell besteuert werden.
